Rana Matloub

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GESCHICHTEN GEHEN SPAZIEREN
Installation und Aktion
2006/2008  

Im Ausstellungsraum des Kunstvereins Kassel ist eine gebrauchte städtische Parkbank aufgestellt, auf die sich die Besucher setzen und Geschichten hören können, die aus einem abgestellten Rucksack klingen.
Der Besucher kann sich nun einen der präparierten Rucksäcke aushändigen lassen und für eine Weile mit diesem in der Stadt spazieren gehen.
So werden die Geschichten, die nicht ortgebunden sind, sondern im Gegenteil eigene Vorstellungsräume bilden, auch äußerlich in Bewegung gebracht. Neben diesem Moment der Entkoppelung von fixem Ort und dem quasi raum und
körperlosen Medium des Klangs gibt es noch weitere Aspekte.
Erfahrungsgemäß entspricht das Publikum in Museen und Ausstellungshallen kaum der Zusammensetzung der Menschen eines Ortes. Es sind doch oft dieselben,üblichen Verdächtigen‘ von Kunstinteressierten, die stets bei Vernissagen sehen und gesehen werden. Wenn nun die Installation in einen Kontext uneingeschränkter Öffentlichkeit gestellt wird, besteht das Publikum aus einem wirklichen Querschnitt der Bevölkerung. Gerade in zentralen städtischen Fußgängerzonen treffen Menschen unterschiedlichster Biografien, Interessen, Erfahrungen und Kulturen zusammen. Zu gewährleisten, dass nicht nur ein,museales Publikum‘ erreicht wird, ist in diesem Zusammenhang besonders wichtig, da auch die Geschichten in Form und Inhalt sehr heterogen sind und mit vielfältigen kulturellen Einflüssen und biografischen Erfahrungen spielen.
Sie vertragen keine Abschottung oder Exklusivität, wie auch das Leben erst durch Fülle, Mobilität und Flexibilität Qualität gewinnt. Da sie verschiedenste imaginäre Räume herstellen, wäre es ideal, wenn sie selbst und ihre Hörer sich in Bewegung befinden.
               
                                                                                                                                              
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